Josef BICAN
Nationalität: Österreich/Tschechoslowakei
geboren am 25. 9. 1913 in Wien
gestorben am 12. 12. 2001 in Prag
Position: Stürmer
Meistertitel 1934/35 / Torschützenkönig 1933/34
1931-1934 bei Rapid
  Meisterschaft Cup
Mitropacup
Saison Spiele Tore Erfolg Spiele Tore Erfolg Spiele Tore Erfolg
1931/32 8 10 3. Platz 2 2 Semifinale      
1932/33 16 11 2. Platz 2 6 Achtelfinale      
1933/34 22 29 2. Platz 5 5 Finale 3 1 Zwischenrunde
1934/35 3 2 Meister            
Gesamt 49 52   9 13   3 1  
andere Vereine
Hertha (1923-1928), Schustek (1928/29), Farbenlutz (1929-1931), Admira (1935-1937: Meister 1936, 1937), Slavia Prag (1937-1948; 1953-1955: Tschechischer Meister 1940, 1941, 1942, 1943, 1947; Tschechischer Pokalsieger 1941, 1942; Mitropacup-Sieger 1938; Torschützenkönig 1938, 1939, 1940, 1941, 1942, 1943, 1944, 1946, 1947, 1948) Vitkovice (1949-1951: Torschützenkönig 1950), Spartak Hradec Kralove (1951-1953)
19 Länderspiele für Österreich - 14 Tore (1933-36: WM-Vierter 1934)
14 Länderspiele für die Tschechoslowakei - 12 Tore (1938-1949)
1 Länderspiele für Böhmen-Mähren - 3 Tore (1939)

1997 wurde er von der IFFHS als "weltbester Torschütze des 20. Jahrhunderts" geehrt
Später (ab 1953) Trainer bei Slavia Prag, Spartak Brno, Slovan Liberec, Banik Pribam, Spartak Hradec Karalove, Vitkovice, Plzen, Tongeren
Josef "Pepi" Bican begann seine Fußballerkarriere in Favoriten bei Hertha. Bereits sein Vater Franz war bei diesem Verein jahrelang erfolgreich tätig gewesen, starb aber 1921 an einer schweren Nierenverletzung, die er sich in einem Spiel gegen Rapid zugezogen hatte. 1928 verließ Pepi die Hertha und wurde 1930 bei "Farben Lutz", wo er als Lehrbub tätig war, von Rapid entdeckt. Er überzeugte bereits in den ersten Spielen in der Nachwuchsmannschaft durch seine Schnelligkeit und Torgefährlichkeit.

In seinem ersten Spiel in der Kampfmannschaft Rapids trug er beim 5:3-Sieg über die Austria vier Tore bei. Dennoch dauerte es einige Zeit, bis er sich im starken Rapid-Angriff einen Stammplatz erobern konnte. Mit der Disziplin und dem sportlichen Lebenswandel nahm Bican es nicht immer so genau. In seiner dritten Saison bei Rapid wurde er mit 29 Tore Torschützenkönig, aber wenig später war seine Rapid-Zeit auch schon vorbei. Es kam zum Zerwürfnis mit Sektionsleiter Dionys Schönecker, der den Stürmer nicht zur Prager Slavia ziehen lassen wollte. Bican wurde gesperrt und ging 1935 zur Admira, führte die Jedleseer zu zwei Meistertiteln, ehe er 1937 - abermals nach heftigen Streitereien - doch bei Slavia Prag landete, wo er serienweise Meistertitel feierte und 10 Mal Torschützenkönig wurde.

Josef Bican gilt bis heute als einer der weltweit erfolgreichsten Torschützen aller Zeiten und war sowohl für das österreichische als auch für das tschechoslowakische Nationalteam tätig, wurde 1934 mit Österreich WM-Vierter. Nach seiner aktiven Laufbahn war Bican vor allem in seiner neuen tschechischen Heimat als Trainer tätig und starb 2001 in Prag.