Dionys Schönecker kam mit seinem Bruder
Edi bereits in den ersten Jahren nach der Gründung zu Rapid und hatte
um 1906 als 18-Jähriger seine ersten Einsätze als Rechtsaußen in der
Kampfmannschaft. 1910 stand Rapid vor dem Ende. Der Verein war überschuldet,
die Gemeinde kündigte den Platz in Rudolfsheim und in der Folge zerstreute
sich auch die Kampfmannschaft.
In diesem Zustand übernahm der 22-jährige Schriftsetzer Dionys Schönecker
den Verein und baute mit Spielern aus der Nachwuchsabteilung eine
neue Mannschaft auf. Außerdem bemühte er sich um einen neuen Sportplatz
und bekam für diesen Zweck von der Pfarre Hütteldorf eine Wiese zur
Verfügung gestellt - die legendäre "Pfarrwiese", die im April 1912
eröffnet wurde und bis 1978 die Heimstätte Rapids sein sollte.
In der 1911/12 erstmals ausgetragenen Meisterschaft überraschte die
junge Mannschaft von Schönecker auf Anhieb und wurde erster österreichischer
Meister. Auch im darauf folgenden Jahr war Rapid das beste Team und
holte sich ungeschlagen erneut den Titel. Bis 1926 fungierte Sektionsleiter
Schönecker auch als Trainer des Teams, danach stellte er den langjährigen
Spieler Edi Bauer als Trainer ein. Ein früheres Trainer-Experiment
mit dem Engländer Stanley Willmott war schief gegangen, aber Bauer
führte die Mannschaft nach einer schwierigen Zeit Anfang der 20er-Jahre
wieder auf die Erfolgsspur zurück. Bis 1938 blieb Schönecker Sektionsleiter
und damit unumschränkter Herrscher bei Rapid.
In seiner 28-jährigen Amtszeit wurde Rapid 12 x Meister, 3 x Cupsieger
und gewann 1930 den Mitropacup. Er hatte Rapid zum führenden Verein
in Österreich und einer internationalen Größe gemacht.
Am 14. September 1938 starb Dionys Schönecker 50-jährig an einer Bauchfellentzündung.
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